TIPP des Monats

Ein Geheimrezept für Gewinner-Teams

Wussten Sie, dass Stress nicht generell schlecht ist? Dass wir alle eine gewisse Spannung brauchen, um Höchstleistung abrufen zu können? Für das Wahrnehmen von Führungsverantwortung ist es wichtig zu wissen, wer aus dem Team verträgt wie viel und welchen Stress. Um Gewinner-Teams aufzustellen und zu …

Wussten Sie, dass Stress nicht generell schlecht ist? Dass wir alle eine gewisse Spannung brauchen, um Höchstleistung abrufen zu können? Für das Wahrnehmen von Führungsverantwortung ist es wichtig zu wissen, wer aus dem Team verträgt wie viel und welchen Stress. Um Gewinner-Teams aufzustellen und zu entwickeln, ist diese Kenntnis sehr hilfreich.

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In den 60-er Jahren bereicherte uns der Autor Stan Lee mit einer seiner größten Erfindungen für Gewinner-Teams: den Fantastic Four.

Jeder dieser vier ungewöhnlichen Helden hatte seine eigene Superkraft: Unsichtbarkeit, übermenschliche Stärke, unendlich dehnbare Gliedmaßen und Kontrolle über Feuer.

Natürlich sind die Fantastic Four ein Märchen, aber ihre Geschichten enthalten wertvolle Lektionen darüber, wie gute Teams funktionieren. Auch im wirklichen Leben bestehen Gewinner-Teams aus Persönlichkeiten mit unterschiedlichen, jedoch einander ergänzenden Kompetenzen und Verhaltenseigenschaften.

Welche Menschen-Typen ergänzen sich am besten? Wir unterscheiden vier grundlegende Persönlichkeitstypen.

Der erste ist der sogenannte Inspirator, der Einfachheit halber kennzeichnen wir ihn mit der Farbe Gelb. Der gelbe Typ braucht mehr Stress als andere, um Höchstleistungen abzurufen, was ihn zur Idealbesetzung für herausfordernde Aufgaben macht. Gelbe werden vor allem vom Botenstoff Dopamin beeinflusst, der besonders kreatives und auch risikobereites Verhalten belohnt. Langeweile und sich ständig wiederholende Tätigkeiten versetzen ihn in Stress. Er braucht Abwechslung und inspirierende Erlebnisse.

Dann gibt es den Analysten. Ihm geben wir die Farbe Blau. Er wägt Entscheidungen sorgfältig ab, braucht Regeln und Strukturen. Er gilt daher als stabil und zuverlässig. Sein primärer Einfluss ist Serotonin, das eher stetiges und risikoarmes Verhalten belohnt. Unvorhergesehenes und plötzliche Veränderungen versetzen ihn in Stress, was bei ihm bis zur Handlungsblockade führen kann.

Der dritte Typ ist der Unterstützer. Er verfügt über sehr viel Empathie, Hilfsbereitschaft und ein feines Näschen dafür, was andere Menschen denken und fühlen. Ihre größte neurochemische Triebkraft ist das Hormon Östrogen. Auch ihn setzen Veränderungen aber auch taktloses Verhalten anderer in Stress. Dann zieht er sich zurück und wird zum „Eigenbrötler“.

Und dann wäre da noch der Macher. Ihm geben wir die Farbe Rot. Macher sind ergebnisorientiert, pragmatisch und entschlossen. Sie werden dabei vor allem von Testosteron getrieben. Langsame Menschen und uneffektives Handeln versetzen sie in Stress. Dann werden sie hart gegen andere und versuchen mit der Brechstange ihre Ziele zu erreichen.

Das ideale Hochleistungsteam würde diese vier Persönlichkeitstypen vereinen, inklusive ihrer individuellen Stärken und auch Grenzen. Aber Achtung: Wer ein so diverses und potentes Dream-Team zusammenstellt, sollte einiges wissen und bedenken:

Inspiratoren (Gelbe) sind schnell genervt, besonders bei sich wiederholenden Detailaufgaben. Also sehen Sie zu, dass Sie sie vor kreative und packende Herausforderungen stellen. Sie benötigen auch ihre Bühne zur Selbstdarstellung und wollen von Ihnen bewundert werden.

Unterstützer (Grüne) brauchen viel Zuwendung. Um sie bei Laune zu halten, müssen Sie wahres Interesse an Ihnen und Ihrem Privatleben zeigen. Lassen Sie ihnen ständig regelmäßig Ihre Wertschätzung spüren.

Analysten (Blaue) verlieren sich gerne im Detail und verlieren dabei gerne mal das langfristige Ziel aus dem Auge. Gib ihnen viel Information, Struktur und Leitplanken für ihr Handeln. Dann laufe Sie zur Höchstleistung auf.

Macher (Rote) lassen Sie machen, wie der Name schon sagt. Vereinbaren Sie mit Ihnen nur das Ziel und die Zeit, in der es erreicht werden soll. Lassen Sie ihnen bei der Umsetzung viel Freiheit und eigene Entscheidungskompetenz. Geben Sie jedoch acht, dass sie dabei nicht über das Ziel hinausschießen. Die Einhaltung von Regeln und Vorschriften ist nicht ihre Stärke. Bei ihnen heiligt das Ergebnis die Mittel.

Wir sehen: Die besten Teams vereinen unterschiedlichste Persönlichkeits-Typen. Doch damit Sie ihre Stärken zur vollen Ausprägung bekommen, sollten Sie ihre Eigenheiten und ihr Stressverhalten berücksichtigen. Wer leisten soll, muss sich wohlfühlen.

Leistungsfähigkeit im Team braucht jedoch auch Respekt und Achtsamkeit. Das heißt alle Teammitglieder sollten um die Stärken und Besonderheiten ihrer Kollegen wissen und diese berücksichtigen und auch nutzen. Das alles ist letztendlich leistungsfördernd und lässt Gewinner-Teams entstehen.

Führungskräfte sollten immer ein Auge für die teaminterne Dynamik haben und beobachten, ob sich alle Mitglieder eingebunden fühlen und einbringen. Außerdem sollten sie sich Zeit nehmen, um ihrerseits eine Bindung mit allen Teammitgliedern aufzubauen und diese untereinander fördern.

Viel Erfolg bei der Umsetzung
Ihr Ralph Guttenberger

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